Neue Stenus- Arten aus China (1) (Coleoptera, Staphylinidae) 359. Beitrag zur Kenntnis der Steninen
Author
Puthz, Volker
text
Linzer biologische Beiträge
2018
2018-12-17
50
2
1329
1401
journal article
10.5281/zenodo.5275141
0253-116X
5275141
Stenus pholcipes
nov.sp.
(
Abb. 12
,
47
,
60
,
109
,
177
,
211
)
M a t e r i a l:
Holotypus
(
♂
) und
1♀
-
Paratypus
:
CHINA
:
Sichuan
: N
Yunnan
,
Nujiang Lisu Pref.
,
Gongshan Co.
,
Gaoligong Shan
, snowfield at
2500m
,
27
o
45.44’N
,
98
o
35.749’E
,
19.VI.2005
,
A. Smetana
(C 165)
.
Paratypen
:
1♀
: wie
HT
,
Schülke
(
CH
05-12)
;
1♀
: E slope N Gaoligong Shan, 27
o
46‘782‘‘N, 98
o
33‘087‘‘E,
2956m
, sift 04,
14.VI.2009
, Grebennikov;
1♂
: ibidem, 27
o
45‘446‘‘N, 98
o
35‘359‘‘E,
2944m
, sift 06,
15.VI.2009
, idem
;
1♀
: ibidem
27
o
59‘01‘‘N
, 98
o
32’56.9‘’E,
3018m
, sift 22,
27.V.2010
, idem.-
HT
in coll.
Smetana
(
NMNST
),
PTT
in coll.
Schülke
, in der
CNC
und in cP
.
B e s c h r e i b u n g: Makropter, schwach glänzend, schwarz, jede Elytre mit einer grossen, leicht schrägen Orangemakel in der hinteren Aussenhälfte (
Abb. 47
); Vorderkörper grob bis sehr grob, am Pronotum und in der Aussenhälfte der Elytren auch leicht zusammenfliessend punktiert/skulptiert, Abdomen vorn grob und ziemlich dicht, hinten feiner, aber immer noch mässig grob, dicht punktiert; Beborstung kurz, anliegend. Paraglossen oval. Kiefertaster gelb bis rötlichgelb, Fühlerbasis hellbraun, Keule verdunkelt, Beine rötlichgelb, Schenkel an ihren Spitzen braun. Clypeus schwarz, Oberlippe schwarzbraun, heller gesäumt, dünn beborstet. Abdomen seitlich schmal gerandet, 4. Tarsenglied lang gelappt.
Länge:
5,8-6,8mm
(Vorderkörperlänge: 2,8-3,0mm).
PM des HT: HW: 43; DE: 24; PW: 32; PL: 40; EW: 42; EL: 49; SL: 39.
Männchen: Hinterschienen mit winzigem Präapikaldorn. 3. und 4. Sternit einfach, 5. Sternit längs der Mitte flach eingedrückt und daselbst wenig feiner als an den Seiten punktiert und beborstet, 6. Sternit mit breitem Mitteleindruck, dieser dichter als die Sternitseiten punktiert und beborstet, Hinterrand sehr flach ausgerandet, 7. Sternit mit lang hufeisenförmigem Mitteleindruck, darin viel feiner als an den Seiten punktiert und beborstet, die Eindruckseiten nach hinten kantenartig erhoben und deutlich über den Hinterrand des Sternits hinausragend, Hinterrand flachrund ausgerandet. 8. Sternit mit dreieckigem, im Grunde gerundetem Ausschnitt etwa im hinteren Neuntel des Sternits. 9. Sternit mit langen Apikolateralzähnen. 10. Tergit am Hinterrand breit abgerundet. Aedoeagus (
Abb. 177
), Apikalpartie des Medianlobus spitzwinklig in eine schmal abgerundete, häutige Spitze verengt, ventral dicht mit kurzen Sinnesborsten besetzt; im Innern werden eine längliche Ausstülpspange sowie ein breittubiger Innensack deutlich; Parameren viel länger als der Medianlobus, in ihrem Spitzendrittel lang dreieckig erweitert, mit insgesamt etwa 29 Borsten.
Weibchen: 8. Sternit zur schmal abgerundeten Hinterrandmitte stumpfwinklig verengt. Valvifer mit langem Apikolateralzahn. 10. Tergit wie beim Männchen. Spermatheka (
Abb. 211
), Infundibulum sehr lang, dünn, mittlerer Spermathekengang vielfach gewunden, Endschlauch kaum länger als der mittlere Spermathekengang.
Kopf gut so breit wie die Elytren, Stirn breit, mit zwei breiten Seitenfurchen, Mittelteil nur in der Vorderhälfte der Stirn flachrund erhoben, nicht die Höhe der Augeninnenränder erreichend; Schläfen schräg, fast ein Fünftel so lang wie die Augen (
Abb. 12
); Punktierung sehr grob und äusserst dicht, mittlerer Punktdurchmesser so gross wie der mittlere Querschnitt des 3. Fühlergliedes, Punktzwischenräume viel kleiner als die Punktradien, nur am erhobenen Mittelteil bis punktgross. Fühler sehr dünn, sehr lang, zurückgelegt mit mindestens ihren letzten vier Gliedern den Hinterrand des Pronotums überragend, vorletzte Glieder doppelt so lang wie breit. Pronotum deutlich länger als breit, etwas hinter der Mitte am breitesten, von dort seitlich nach vorn konisch, fast gerade, verengt, nach hinten mässig konkav eingeschnürt; neben einem kurzen Mitteleindruck werden in mittlerer Höhe deutliche Schrägeindrücke und, weniger auffällig, in der Hinterhälfte jederseits der Mitte weitere Eindrücke deutlich; Punktierung/Skulptur wenig gröber als auf der Stirn, besonders in der Vorderhälfte leicht zusammenfliessend, verworren; Elytren subquadratisch, deutlich länger als breit, Schultern eckig, Seiten lang gerade, im hinteren Fünftel schwach eingezogen, Hinterrand breit ausgerandet; ausser einem ziemlich flachen Schultereindruck fallen weitere Eindrücke wenig auf; Punktierung gröber als am Pronotum, sehr dicht, mittlerer Punktdurchmesser so gross wie der apikale Querschnitt des 2. Fühlergliedes; in der Umgebung der grossen Makel können mehrere Punkte längs zusammenfliessen. Abdomen gewölbt, Paratergite schmal, leicht ventral geneigt, diejenigen des 4. Tergits so breit wie das 1. Fühlerglied, wenig grob, weitläufig punktiert (
Abb. 60
); basale Querfurchen der vorderen Tergite tief, 7. Tergit mit deutlichem apikalem Hautsaum; Punktierung vorn grob, aber feiner als auf der Stirn, auf dem 4. Tergit sind die Punkte etwa so gross wie der basale Querschnitt des 3. Fühlergliedes, ihre Abstände meist grösser als die Punktradien, selten punktgross; auf dem 7. Tergit sind die Punkte etwas kleiner als die Facetten am Innenrand der Augen, ihre Abstände etwa punktgross (
Abb. 109
). An den spinnendünnen Beinen sind die Hintertarsen mehr als zwei Drittel schienenlang, ihr 1. Glied ist deutlich länger als die beiden folgenden Glieder zusammengenommen, mehr als doppelt so lang wie das Klauenglied, das 4. Glied ist sehr tief gelappt. Das Abdomen ist sehr flach genetzt, Pronotum und Elytren zeigen nur Netzungsspuren.
D i f f e r e n z i a l d i a g n o s e: DieseneueArtgehörtindie
S. tenuimargo
-Gruppe und hier zu den Vertretern mit schrägen Schläfen. Sie ist die Schwesterart des
S.
S. pseudopictus
CAMERON
, dem sie äusserlich auch zum Verwechseln ähnlich sieht. Abgesehen von ihrem Aedoeagus lässt sie sich von ihm durch nur schwachen/fehlenden Messingglanz ihres Abdomens, weniger dichte Punktierung der Paratergite und durch dichtere Abdominalpunktierung trennen (vgl.
Abb. 61
,
110
).
E t y m o l o g i e: Wegen ihrer spinnendünnen Extremitäten erinnert sie auch an Zitterspinnen, weshalb ich sie "
pholcipes
" nenne (lat.
Pholcus
= Zitterspinne).