Zur Braconiden-Gattung Perilitus NEES 1818 3. Beitrag Die Arten ohne ausgebildetem ersten Cubitus-Abschnitt (Hymenoptera, Braconidae)
Author
Haeselbarth, E.
text
Linzer biologische Beiträge
2008
2008-12-19
40
2
1013
1152
journal article
10.5281/zenodo.5429994
0253-116X
5429994
Perilitus strophosomi
nov.sp.
(
Abb. 285-292
)
: Vorderflügel
2,8-3,4 mm
lang, Körper und Antennen (
Abb. 285
) von ungefähr gleicher Länge, die letzteren mit 21 (1), 22 (7), 23 (10), 24 (9) oder 25 (12) Gliedern, die Geissel zur Basis und zur Spitze ein wenig verschmälert, ihr erstes Glied meist etwas kürzer als das zweite, beide reichlich dreimal so lang wie breit, die subapikalen Glieder ca. 1,5 mal so lang wie breit. – Kopf (
Abb. 286
) quer, hinter den Augen gerundet, der kleinere Augendurchmesser ungefähr so gross wie die Schläfenbreite. Ocellen klein, in flachem Dreieck stehend, OOL fast doppelt so gross wie POL. Scheitel und Stirn glatt, an den Seiten (wie die Schläfen hinter den Augen) sehr fein haarpunktiert. Gesicht (
Abb. 287
) fein und dicht körnig gerunzelt und kurz behaart, mit feinem Glanz. Clypeus nicht sehr gross, meist viel glatter als das Gesicht, undeutlich und zerstreut haarpunktiert, sein Endrand aufgebogen. Clypealgrübchen reichlich doppelt so weit voneinander entfernt wie von den Augen; Wangenfurchen etwas kürzer als die Breite der Mandibelbasis; Mandibeln (und auch anderswo in der Mundregion) stellenweise lang und mehr oder weniger dicht behaart (
Abb. 287
). Occipitalcarina vollständig, in der Mitte oft undeutlich, manchmal dort auch schmal unterbrochen.
Pronotum mit an den Seiten verbreiterter krenulierter Querfurche, seitlich oben glatt. Medianlobus des Mesoscutum (
Abb. 288
*) ziemlich dicht haarpunktiert, die Lateralloben dagegen zum grössten Teil glatt und glänzend. Notauli körnig krenuliert, hinten in ein ausgedehntes gemeinsames Runzelfeld mündend, das hinten schmal abgestutzt ist und das von einem feinen Mittellängskielchen gegliedert wird. Praescutellarfurche tief, mit Mittelkiel. Scutellum glatt und glänzend, konvex, mit dicht feinmaschiger Runzelung an den Seiten, die in der hinteren Hälfte weit nach oben reicht; das Endgrübchen kurz und quer. Mesopleuren grossenteils glatt mit feiner und zerstreuter Punktierung; die Sternauli sind krenulierte Schrägfurchen in einem schwach eingedrückten Runzelfeld. Sternalfurche tief und krenuliert. Metapleuren und Propodeum dicht wabig gerunzelt mit schwacher und undeutlicher Felderung, das Propodeum hinten tief und hoch ausgehöhlt, im Profil ziemlich kurz und hoch. – Im Vorderflügel (
Abb. 289
*) entspringt der gleichmässig gebogene Radius deutlich hinter der Stigmamitte, die Radialzelle ist kurz, der Metakarp wenig mehr als halb so lang wie das Stigma. – Beine sehr schlank, die Hinterhüften sind fast glatt (höchstens ganz fein chagriniert), die Hinterfemora ungefähr sechs mal so lang wie breit, die Längen von Femur: Tibia: Tarsen verhalten sich ungefähr wie 1: 1,4: 1,3 (diese Verhältnisse scheinen jedoch stark zu variieren).
Erstes Hinterleibstergit (
Abb. 290
) schlank, ca. 2⅓ mal so lang wie maximal breit, ca. 7 mal so lang wie minimal breit, seine Oberfläche hinten ziemlich kräftig gestrichelt, die Strichel hinten etwas konvergierend, vorn aus angedeuteten Dorsopen entspringend, der Petiolus hoch, mit angedeuteten Glymmen. Legebohrer ganz schwach ventrad gebogen, allmählich zugespitzt, mit schwach angedeuteter subapikaler Dorsalkerbe, seine Scheiden etwas länger als die Hinterfemora.
Meist zweifarbig: Kopf (ausser dem Stemmaticum), Fühlerwurzel, Pronotum (manchmal Mesoscutum), Mesopleuren und Mesosternum (manchmal auch das Mesoscutum), Tegulae, Beine und das Abdomen hinten sind gelb, Fühlergeissel, Stemmaticum, die Oberseite des Mesosoma und die Basis des Hinterleibs, insbesondere des ersten Tergits, sind dagegen dunkel (schwarz oder braun). Flügelgeäder hellbraun.
: Vorderflügel
3,2-3,6 mm
lang, der Körper von ähnlicher Länge, die Antennen (
Abb. 291
) mehr als
4 mm
lang, mit 28 (2), 29 (2) oder 30 (1) Gliedern, zur Spitze allmählich verdünnt, die ersten beiden Geisselglieder von etwa gleicher Länge (oder das erste ein wenig länger), ca. 2,5 mal so lang wie breit, die distalen Glieder knapp doppelt so lang wie breit. Kopf (
Abb. 292
) quer, fast rechteckig, hinter den Augen nicht sogleich verschmälert, die Augen im Verhältnis zum kleiner, das Stemmaticum grösser und das Propodeum weniger tief und hoch ausgehöhlt. – Grundfärbung schwarz; hell sind nur Femora (ausgenommen ihre Basis) und Tibiae; das Flügelgeäder ist dunkler als bei den meisten anderen Arten, von braun bis schwarz.
Holotypus
:, "Elgin, Morayshire, NJ 833862 (im Norden Schottlands), For. Comm. Nursery, ex
Strophosomus melanogrammus
adults. Coll. 10.92, coc. 12.92, em. 1.93 (freed). C. Henry."
(
Edinburgh
). -
Paratypen
: 8, 5 (davon 3 und 2 mit Cocon), wie der
Holotypus
,
doch Fang- und Schlüpfdaten z.T. abweichend (
Edinburgh
, München). - 1,
Schottland
, Rannoch,
Perth, Camghouran, 16.8.195 3, E.C. Pelham-Clinton. Tilley Lamp. 829. (
Edinburgh
). - 1,
Schottland
, Clichton Glen,
Midlothian
, 9.8.81, M. Shaw (Leiden). - Aus Irland, Coll. Stelfox
(
Washington
): 1, Landenstown, Co.
Kildare
, (1) 17.8.40. "
secalis, AWS 1952
". - P't'm'K. Co.
Dublin
, E.O.M., 2.8.41. - 1, Ballyteige, Co,
Wexford
, GMS, 28.7.37. - 1, Murlough Ho. dunes,
Co.
Down
, (2) 19.6.57. - 1,
Ards
, Co. West
Donegal
, (2) 18.6.55. - 1, Ballysadare B.
Sligo
district, Co.
Sligo
. 10.8.193 8, - 1, Fanore, Co.
Clare
, 2.6.60. - Aus den Niederlanden: 1,
Hulshorst (Gld.) 29.7.197 5, J.v.d. Vecht, Malaise-trap (Leiden). - Aus
Deutschland
: Ein mit den
Etiketten "
labilis
, Ruthe, Crefeld
" und "Umg. Krefeld, Coll. Mink" (Müncheberg) ist zweifellos
kein
Typus
von
Microctonus labilis
RUTHE. Es
stimmt recht gut mit Ruthes Beschreibung überein,
hat aber 25 Fühlerglieder und ist grösser als 1 Linie (
2,54mm
). - 2, Umgeb. Krefeld, Coll. Mink
(Müncheberg). - Aus
Österreich
: 1, Ost-Steiermark, Lafnitz, 15.7.64, Fischer" (
Wien
). - 1,
Nieder-Österreich, Eichgraben, leg. Fischer, 12.7.58 (
Wien
). - 1, Nieder-Österreich,
Unteroberndorf, 13.5.61, Fischer (
Wien
). - 1,
Tirol
, Bach (Lechtal),
1200m
, 15.7.198 9, C.J.
Zwakhals (Leiden). - 1,
Tirol
, Brandenberg, Kink,
1030m
, Wiese am Waldrand, 20.6.84,
Haeselbarth (München). - Aus
Ungarn
: 1, Kiskunddorozsma Széksós-fürdö, 7.5.197 0, leg.
Szelényi (
Budapest
). - 1, Gyula czatornapart, 28.5.196 3, Sólymosné (
Budapest
). - Aus
Rumänien
: 1, Agigea, 6.196 9, leg. C. Nagy (Budapest). - Aus
Weissrussland
: 2, Krupky M.t.,
Osechino, meadow wet, 4.8.-
4.9.1995
, Y. Lobodenko leg. (Minsk). - Aus
Russland
: 3,
Ilmenskij zapoved, Čelabinskaja obl. 14. u. 16.7.195 8, Tobias (
St. Petersburg
). - 5, schwer leserlich, vermutlich aus
Russland
, 3.8.192 4 (
St. Petersburg
). - Aus
Armenien
: 1, (?)Genora o
Erevana
,
1500m
, 17.Y.1971, Tobias (
St. Petersburg
). - 1, Tsakhkadzor,
2000m
, No.139, 4.6.198 0, leg. J. Papp Budapest). - Aus
Kasachstan
: 2 Karaganda. S Sch.-Arka, pojima Tally- Manaka, Tobias, 21. u. 23.5.195 9 (
St. Petersburg
). Ohne Fundortangabe:, "Sammlg. Hiendlmayr 4/820" (München). -, "Coll. Förster, don. Mayr" (Wien). - Es liegen ferner noch leicht abweichende 9 und 4 aus
Irland
,
Italien
,
Bulgarien
,
Litauen
und
Russland
vor, die nicht als
Paratypen
gekennzeichnet sind.
Perilitus strophosomi
ist ein solitärer Imaginal-Parasit von
Strophosomus melanogrammus
FÖRSTER
, wurde aber anscheinend noch nicht gemeinsam mit dem vom selben Wirt bekannten
Rilipertus intricatus
(RUTHE)
gefunden. Die Art ähnelt ausserodentlich
P. aethiops
, doch lässt vor allem die Verschiedenheit der Habitats der Wirte (und damit natürlich auch der Parasiten) vermuten, dass es sich um verschiedene Arten handelt. Ausserdem ist
P. strophosomi
etwas schlanker als
P. aethiops
, was vor allem bei den Beinen und dem ersten Hinterleibstergit der Fall ist, die Bohrerscheiden sind etwas länger, die Schläfen stärker gerundet und das Gesicht stärker gekörnt. Sehr nahe steht der Art auch
Perilitus stenocari
.