Paramannerheimia janetscheki S, 1976 gehört zur silphaeformis - Gruppe der Gattung Tachinus (Coleoptera, Staphylinidae, Tachyporinae)
Author
Schülke, Michael
text
Linzer biologische Beiträge
2019
2019-12-20
51
2
1325
1332
journal article
10.5281/zenodo.3743040
9b87c5b1-a625-4bbd-840b-19f3d5aa7ed7
0253-116X
3743040
Tachinus
(
Tachinus
)
janetschekianus
n.nov.
=
Paramannerheimia janetscheki
SCHEERPELTZ, 1976
,
syn.nov.
Typen material:
Holotypus
: "
♂
/ Himalaya-Expedition Prof. Dr. H. Janetschek 1961 nach
Nepal
/ loc 102 /
Paramannerheimia
nov. gen.
Janetscheki
n.
sp.
/
Holotypus
[rot] /
TYPUS
Paramannerheimia Janetscheki
n.
sp.
O. Scheerpeltz
[rot]" /
Paramannerheimia
nov. gen.
Jenetscheki
nov. spec. det.
Scheerpeltz /
Tachinus
(
Tachinus
) janetschekianus
Schülke
, n. nov., det.
M. Schülke
2019 [rot]"
1♀
(
IZUI
).
W e i t e r e s u n t e r s u c h t e s Material:
NEPAL
: E-Nepal,
Kangchenjunga Himal mts.
,
Chiruwa village
,
1260 m
,
27.29 N
,
87.45 E
, excr.
Bos.
,
30.VI.-1.VI.2000
, leg.
D. Král
,
Nepal Expedition Jan Farkač
,
David Král
&
Jan Schneider
, 2000, 2♂♂ (
NHMB
, cSch)
;
E-Nepal,
Kangchenjunga Himal mts.
,
Khangpachen village
,
4000 m
,
27.35 N
,
87.57 E
, excr.
Bos
,
9.VII.2000
, leg.
D. Král
,
Nepal Expedition Jan Farkač
,
David Král
&
Jan Schneider
, 2000,
1♀
(
NMP
)
;
Nepal
,
Helambu
, below
Laurebinayak
pass,
28°04’N
,
85°26’E
,
4000-4300 m
,
8.IX.1997
, leg.
Ahrens
&
Fabrizi
, 1♂,
1♀
(
NME
, cSch)
.
Da der Artname
janetscheki
innerhalb der Gattung
Tachinus
bereits existiert, eine
Tachinus
-Art mit diesem Namen wurde von Scheerpeltz in der gleichen Arbeit publiziert (
SCHEERPELTZ 1976a: 48
), wird für die hier behandelte Art als erster revidierender Autor
entsprechend den Artikeln 24.2 und 52 der "Internationalen Regeln für die zoologische Nomenklatur"(ICZN 2000) der Name
Tachinus janetschekianus
n. nov. gewählt.
Im Gegensatz zu den Angaben der Originalbeschreibung (
SCHEERPELTZ 1976a
) handelt es sich bei dem vorliegenden
Holotypus
um ein weibliches Exemplar (GL:
3,85 mm
, VKL:
3,35 mm
) (
Abb. 1
). Warum der Autor die Art als Vertreter der Unterfamilie
Omaliinae
beschrieb, ist kaum verständlich, zumal er in der Originalbeschreibung von
Paramannerheimia
angibt: "Der Kopf hat auch keine deutlich erkennbaren Ocellenbildungen". Ausserdem beschrieb er in einer zweiten Arbeit im selben Heft der Reihe "Khumbu Himal" eine ganz ähnliche
Tachinus
-Art ebenfalls in einer neuen Gattung (
Pterygotachinus lacinipennis
SCHEERPELTZ, 1976) aber immerhin richtig als Art der Unterfamilie
Tachyporinae
(
SCHEERPELTZ 1976b
).
Ein Vergleich mit weiterem aus
Nepal
vorliegendem Sammlungsmaterial ergab fünf weitere Exemplare der Art, darunter auch Männchen.
Ergänzungen zur Originalbeschreibung: Männchen:Elytren gestreckt (
Abb. 2
), viel länger als das Pronotum (EL/PL 1,82-1,91) und deutlich länger als zusammen breit (ESL/EBr 1,17-1,20). Sternit VII (
Abb. 3-7
) extrem verlängert, die folgenden Segmente VIII-X deutlich überragend, sein Hinterrand ventrad aufgebogen, in der Mitte tief ausgeschnitten und innen mit zahlreichen knopfförmig modifizierten Borsten versehen, die sich besonders auf den Aussenecken konzentrieren (
Abb. 7
). Apikale Seitenteile des Sternits in zwei auf die Dorsalseite des Abdomens umgebogene Loben verlängert, die auf ihrer Innenseite ebenfalls umfangreich mit kleinen knopfförmig modifizierten Borsten besetzt sind (
Abb. 4, 6
). Sternit VIII (
Abb. 8
) am Hinterrand tief ausgeschnitten, in der Mitte des Ausschnittes mit einer tiefen, abgerundeten Ausbuchtung. Tergit VIII (
Abb. 9
) mit stark reduzierten Loben. Sternit X klein, unsymmetrisch (
Abb. 10
). Aedoeagus (
Abb. 11
) klein (AedL
0,64-0,67 mm
) mit reduzierten Parameren.
Weibchen: Elytren nur wenig länger als beim ♂ (EL/PL 2,05-2,11) (ESL/EBr 1,26-1,28), am Hinterrand neben der Naht nur undeutlich verlängert. Sternit VIII (
Abb. 12
) mit sechs schlanken Loben, die Mittelloben apikal mit meist vier hellen Endborsten versehen. Tergit VIII (
Abb. 13
) taschenförmig, aus fest verwachsenen inneren (ventralen) und äusseren (dorsalen) Teilen bestehend, apikal zugespitzt und am Aussenrand unauffällig beborstet. Segmente IX und X wie in
Abb. 14
.
Auf Grund der stark abgeleiteten männlichen Geschlechtsmerkmale und der im weiblichen Geschlecht verlängerten Elytren gehört die Art in die
T. silphaeformis
Artengruppe. Bisher wurden aus dem Himalaja zwei weitere Arten dieser Artengruppe beschrieben,
T. alienus
ULLRICH, 1975
und
T. lacinipennis
SCHEERPELTZ, 1976.
Tachinus janetschekianus
unterscheidet sich von beiden durch etwas geringere Körpergrösse (VKL>
3,5 mm
bei
alienus
und
lacinipennis
), weniger deutlich verlängerte Elytren beim
♀
und die Geschlechtsmerkmale, speziell die Form des Aedoeagus und des ♂ Sternites VII sowie des
♀
Tergites VIII.
Verbreitung und Biologie: Die bisher bekannten Fundorte belegen eine weite Verbreitung der Art im zentralen und östlichen
Nepal
(ehemalige Zentral- und Ost-Region). Über die Lebensweise der Art ist wenig bekannt. Die vorliegenden Individuen wurden in Höhen zwischen 1260 und
4300 m
, teilweise aus Rinderkot, gesammelt. Durch den Bau des ♂-Sternits VII wird offenbar ein von anderen
Tachinus
- Arten unterschiedliches Paarungsverhalten bedingt. Während bei allen anderen bekannten Arten der Gattung, wie bei den meisten Staphyliniden, der Aedoeagus ventrad ausgestülpt wird, kommt der ausgestülpte Aedeagus bei
T. janetschekianus
auf der dorsalen Seite des Abdomens auf den stark verlängerten Loben des ♂
-
Sternits VII zu liegen. Beobachtungen zum Paarungsverhalten liegen jedoch nicht vor.