Die äthiopischen Arten der Gattung Alastor in der Sammlung des Biologiezentrums des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz (Hymenoptera: Vespidae: Eumeninae)
Author
Gusenleitner, J.
text
Linzer biologische Beiträge
2006
2006-12-29
38
2
1307
1332
journal article
10.5281/zenodo.13135196
0253-116X
13135196
Alastor
(
Alastor
)
stroudiaformis
nov.sp.
♀
H o l o t y p u s:
Südafrika
, W.-CapeSofLambert’sBay, 7.10.199 9,
♀
, leg. Marek Halada, coll. OLM. P a r a t y p e n: Daten wie
Holotypus
,
6♀♀
, coll. OLM et m.
Diese Art ist in der Form sehr ähnlich
Astalor insalubris
GIORDANI SOIKA 1989
, doch unterscheidet sie sich unter anderem, dass die zweite rücklaufende Ader nicht in die 3. Cubitalzelle, sondern interstitiell oder nur knapp in diese Zelle mündet. Der Unterschied der Gattungen
Alastor
LEPELETIER 1841
und
Astalor
SCHULTHESS 1925
besteht in der Einmündung der 2. rücklaufenden Ader in die entsprechende Cubitalzelle. Nach
SCHULTHESS 1925a
gehört die Art in die Gattung
Alastor
, wenn die Einmündung in die 2. Cubitalzelle, oder in die Gattung
Astalor
, wenn sie in die 3. Cubitalzelle erfolgt. Bisher gehörten zur Gattung
Astalor
nur die Arten
Astalor maidli
SCHULTHESS 1925
und
Astalor insalubris
GIORDANI SOIKA 1989
. Bei der Durchsicht der
Alastor
-Arten, ist der Abstand der Einmündung gegenüber dem Beginn der 3. Cubitalzelle sehr unterschiedlich. Ich möchte deshalb die hier beschriebene Art in die Gattung
Alastor
stellen. Es muss noch geklärt werden, ob die Existenz einer eigenen Gattung für die genannten beiden Arten gerechtfertigt ist.
Die hier beschriebene Art (
Abb. 60
), welche in der Form Arten der Gattung
Stroudia
ähnlich ist, unterscheidet sich von
Astalor insalubris
durch den breiteren Clypeus-Ausschnitt (siehe
GIORDANI SOIKA 1989
, Seite 24), weiteres durch die gröbere Punktierung des Thorax und das Fehlen einer roten Zeichnung auf dem Propodeum. GIORDANI SOIKA vergleicht
A
.
insalubris
mit
Astalor maidli
SCHULTHESS 1925
. Letztgenannte Art hat einen breiteren Clypeus-Ausschnitt, wie auch die hier beschriebene Art, aber das Pronotum hat stumpfwinkelige Schultern und das 1. Tergit ist breiter und ist ziemlich dicht und grob punktiert (bei
A. stroudiaformis
sind die Schultern abgerundet und die Punktierung auf dem 1. Tergit ist feiner und weitläufig). Ähnlich gefärbt ist auch
Alastor muticus
GIORDANI SOIKA 1942
(
Abb. 61
), aber bei dieser Art ist unter anderem der Clypeus-Ausschnitt schmäler, die Schultern sind mehr nach aussen gezogen, die Seitenzähne des Propodeums sind stumpfer, das 1. Tergit hat eine andere Form und das 2. Tergit ist weitläufiger punktiert. Auch
Alastor muticoides
GIORDANI SOIKA 1942
(
Abb. 62
) hat mit der hier beschriebenen Art Ähnlichkeiten, doch unterscheidet sie sich sofort durch das viel breitere 1. Tergit und den doppelspitzigen Seitenzähnen des Propodeums.
Bei schwarzer Grundfarbe sind rot gefärbt: Die Mandibeln zum Grossteil, die Unterseite der Fühlerglieder (nur sehr schwach aufgehellt), das Pronotum, ausgenommen der Vorderwand, die Tegulae (innen dunkel), das 1. Tergit (im Bereich der Endbinde orange gefärbt), das 1. Sternit, Seitenflecken an der Basis des 2. Tergites (die Grösse schwankt bei den
Paratypen
, und sie können auch fehlen), schmale Streifen an der Basis der Schenkel I und II, die Schienen I und II und die Tarsen des 1. Beinpaares. Weiss gefärbt ist eine Endbinde auf dem 2. Tergit. Die Flügel sind vollständig rauchig getrübt.
Der Clypeus (
Abb. 63
) ist breiter als lang (3,0: 2,5), sein Ausschnitt ist sehr flach (Breite: Tiefe = 1: 0,1) und etwas breiter als der Abstand der Fühlergruben. Von den Ausschnittecken ausgehend sind kurze Kiele beiderseits entwickelt. Im Seitenprofil ist der Clypeus stark gewölbt. Der Clypeus ist grob punktiert, die glänzenden Punktzwischenräume sind schmäler als die Punktdurchmesser. Die Behaarung des Clypeus ist etwa nur halb so lang wie der Durchmesser einer Ocelle. Die Stirn und der Scheitel sind kaum feiner und dichter als der Clypeus punktiert. Auf den Schläfen ist die Punktierung weitläufiger als auf der Stirn. Die Fühlerschäfte sind fein punktuliert. Die Fühler sind
1319
kurz, die Glieder 4 bis 11 sind breiter als lang. Gröber als die Stirn sind das Pronotum, das Mesonotum, das Schildchen, das Hinterschildchen und die Mesopleuren punktiert. Auf dem Pronotum (
Abb. 64
) sind die Punkte in unterschiedlichem Abstand angeordnet. am Rande zu dem Mesonotum sehr dicht, gegen die Seitenwand weitläufiger. Die Schultern sind abgerundet Am Übergang zur punktlosen Vorderwand ist eine Kante, welche bei den Schultern besonders deutlich hervortritt, vorhanden. Das Mesonotum, das Schildchen und die Mesopleuren haben eine dichte Punktierung, die Punktzwischenräume sind schmäler als die Punktdurchmesser. Das Hinterschildchen ist abgerundet, oben dicht punktiert, unten punktlos und glänzend. Das Propodeum (
Abb. 65
) hat seitlich einen Dorn, glänzt stark und ist in unterschiedlicher Verteilung grob punktiert, nur die unteren Bereiche der Seitenwände sind chagriniert.
Das 1. Tergit ist so breit wie lang (3,5: 3,5), weitläufig und feiner als das Mesonotum punktiert. Die Punktabstände sind grösser als die Punktdurchmesser. Vor der orange gefärbten, schmalen Endbinde ist eine flache Querfurche ausgebildet. Das 2. Tergit (
Abb. 66
) ist feiner als das 1. Tergit und ebenfalls sehr weitläufig punktiert (die seidig glänzenden Punktabstände sind wesentlich grösser als die Punktdurchmesser). Die Tergite 3 bis 6 sind ähnlich wie das 2. Tergit punktiert. Das 1. Sternit ist gröber und dicht punktiert, das 2. Sternit ist etwas gröber als das 2. Tergit, aber ebenso weitläufig punktiert. Im Seitenprofil ist das 2. Sternit flach konvex gebogen, biegt aber kaum stärker zur Basalfurche ein. Die Sternite 3 bis 5 sind feiner als das 2. Sternit punktiert. Das 6. Sternit ist nur chagriniert.
Die Behaarung auf der Stirn ist etwas länger als der Durchmesser einer Ocelle, auf dem Scheitel und den Schläfen etwas kürzer. Auf dem Thorax erreicht die Behaarung nicht die halbe Länge jener auf der Stirn. Das Abdomen hat nur eine staubartige Pubeszenz.
Länge:
8 mm
.
Das 3 ist nicht bekannt.